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Unsere Reise beginnt in Popolonia, der ersten Industriestadt Italiens. |
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Es war an einem stürmischen Herbsttag als wir über das tyrrhenische Meer gesegelt kamen und im Hafen von Popolonia Schutz suchen mußten. Hier würden wir nun überwintern müssen, denn meine Mannschaft fürchtete die Winterstürme, das Schiff war beschädigt und der Weg, den wir bisher schon zurückgelegt hatten, war lang gewesen. Ich möchte mich hier nicht in den Vordergrund spielen, denn von mir soll auf diesen Blättern am wenigsten zu hören sein. Ich bin Iberer, hatte im Land der Hellenen zu tun, und kehre nun nach Iberien zurück. Meine Mannschaft besteht zur Hälfte aus Griechen und zur Hälfte aus Baelearen, die ich angeworben habe, da sie die besten Schützen im ganzen westlichen Mittelmeer sind und wir Piraten dadurch nicht zu fürchten brauchten. Nur einer hatte es versucht! Es ist ihm schlecht bekommen, da wir es waren, die ihn kaperten und nicht umgekehrt. Nur zwei meine Begleiter sind es noch wert erwähnt zu werden: Lysippos war ein griechischer Händler und Larthi war meine römische Frau. Larthi war ein seltsamer Name für eine Römerin, aber Ihre Familie war tyrrhenischer Herkunft, lebte aber schon seit Jahrzehnten in der Baetica in Corduba, wo ich gleichfalls herstamme. So wird Larthi in diesen Blättern unsere Führerin sein. "Popolonia", begann Larthi uns zu erklären, nachdem wir in einer schlechten Herberge, die von einem Griechen geführt wurde, unterkommen waren, aber eine andere Möglichkeit hatten wir nicht, wir tauschten die Enge des Schiffes gegen die Enge dieses heruntergekommenenden Hauses, heruntergekommenen wir alles in dieser Stadt, "Popolonia hieß eigentlich früher Publona und war die Stadt der Metalle und des Meeres. Hier wurde das Eisen in vielen kleinen Hochöfen aus dem Erz, das von Elba herübergebracht worden war, verhüttet. Die Schmieden hier machten die besten Schwerter und Rüstungen des westlichen Mittelmeeres."
Vielleicht sollte ich erwähnen, dass Lysippos ein unruhiger Geist war, ungeheuer wißbegierig und gleichzeitig sehr geschäftstüchtig. Was ihn in diesen Tagen trieb, konnten wir später nicht mehr sagen. Aber wahrscheinlich war ihm die Herberge fiel zu schäbig, die wenigen weiblichen Bewohnerinnen des Hafens zu häßlich, die römische Wache zu patzig. So erschien er schon wenige Tage nach unserer Ankunft mit Pferden und einem kleinen Reisewagen für unser Gepäck und für Larthi. "Schöne Tyrrhenerin, ich habe für uns beschlossen, Deine Heimat zu erkunden und evt. und so nebenbei das eine oder ander Geschäftchen abzuschließen - sofern man in diesem Land, nachdem die Römer wie die Heuschrecken darüber hergefallen waren noch Geschäfte machen kann - . Verstehst Du noch die Sprache Deiner Ahnen oder sprichst Du sie?" "Wenige Worte nur noch", antwortete Larthi. Und ich ergänzte: "Aber, Lysippos, alter Freund, mit deinem klassischen Griechisch werden wir überall verstanden. Und wenn nicht, hier sind auch noch zwei Leute, die des Lateinischen vollendet mächtig sind." "Dann bin ich froh, dass ihr einverstanden seid, diese trostlosen Platz und die verlauste Herberge zu verlassen und uns ins Landesinnere auf den Weg zu machen. Das wollen wir heute abend mit dem letzten griechischen Wein, der sich auf unserem Schiff befindet, feiern! Derweil kann uns Larthi dennoch das wenige, was sie von der Sprache ihrer Ahnen noch weiß, weitergeben. Es wird uns nicht schaden." "Ich bin Deiner Meinung, Lysippos, aber soviel ich weiß, schätzen die Griechen die Anwesenheit von Frauen bei Gelagen nicht sehr und auch wir Iberer sind da etwas zurückhaltend." "Aber wir sind doch in ´Tyrrhenien, Thur, bei diesen Leuten war es Sitte, dass die Frauen mittrinken, so will ich meine griechische Strenge an diesem Abend vergessen und der edlen Larthi und den fremden Worten aufmerksam lauschen." Larthi wurde rot, aber sagte nichts. "Zudem", ergänzte der Grieche, "Werden wir in diesem Nest auch keine geeigneten Tänzerinnen für eine Orgie finden, bilden wir also beim Wein unseren Geist." "Einst waren die Etruskerinnen sehr schön", sagte Larthi. "So wie Du", lächelte ich. Und Lysippos, der Schmeichler, nickte. |
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E-Mail an Thur, dem Iberer |
2. Von den
etruskischen Frauen und der etruskischen Sprache: |